Wenn der Postmann zweimal klingeltWenn der Postmann zweimal klingelt
von
James M. Cain

Am Anfang war mir der Ich-Erzähler (Frank) nicht besonders sympathisch. Er ist ein Strolch, der durchs Land zieht und nichts davon hält, sich einen Job zu suchen und zu arbeiten.

Auch Cora, die Frau des Griechen, (der Frank in seiner Tankstelle und der Gastwirtschaft einstellt), war mir am Anfang nicht sehr sympathisch. Sie kann ihren Gatten nicht riechen und geht bei der ersten Gelegenheit mit Frank ins "Bett" (Die berühmte Szene auf dem Küchentisch).

Am Ende fand ich Frank zwar immer noch nicht so richtig nett, dennoch hatte ich ehrliches Mitleid mit ihm. Cora hingegen erlangte meine Zuneigung, als sie beschloss, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und ein neues, ehrliches Leben zu beginnen.

Der Anfang ist ziemlich normal und es scheint auf eine Geschichte zuzulaufen, in der man das Ende schon zu früh erahnen kann.

Die Figuren verhalten sich nicht besonders intelligent. Doch dann - als das Schicksal der drei besiegelt scheint, kommt eine sehr überraschende Wende, die im Nachhinein ziemlich logisch ist.

Ca. ab Seite 60 ist es ein sehr rasanter, brillanter hard-boiled Krimi, der zum Schluss in Richtung Noir abdriftet.
Die Überraschungen sind überraschend, die Wendungen windig und das Finale atemberaubend. Besonders, weil man am Ende weiß, dass alles so kommen musste und die zwei ihrem Schicksal nicht entkommen konnten.

Noch einmal: Ein Mann trifft eine Frau und sie verlieben sich ineinander. Leider hat er kein Geld und sie ist verheiratet. Also denken sie sich eine Lösung dafür aus. Mit etwas Glück bekommen sie, was sie haben wollten, - oder doch nicht? Nein, etwas wichtiges geht ihnen dabei verloren und das entscheidet über ihr Schicksal.

Wenn der Postmann zweimal klingelt - James M. Cain - Heyne 1992

Gelesen 2003 von Cuba Collinson
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